Nachdem "Emotion-Leader" Horst-Hendrik alle zur Begrüßung umarmt hat ("Lasst euch fallen und fühlt die Vibrations"), gruppieren sich die wackeren Vertriebsspezialisten in lockerem Halbkreis um ihren neuen Guru.
Spätestens jetzt merken die meisten, dass die Armani-Hose für den Lotus-Sitz auf Hirsesäcken nicht ganz geeignet ist. Kleine blaue Kärtchen in Wolkenform werden verteilt, auf denen mit Buntstiften (kein Tropenholz!) Vorname und Lebensziel vermerkt werden. Angepinnt an die Korktafel wird erst einmal das Kindheitstrauma von Manfred ausdiskutiert, der mit "Ich möchte meine Mutter heiraten" Horst-Hendrik voll ins
Messer gelaufen ist.
Nach Pausentee und Entspannungsübung kommt man endlich zum Kern der neuen Marketing-Revolution "Verkaufen durch Verschenken". Die neu gewonnenen Jünger können gerade noch bis zu dem Punkt folgen, dass kleine kostenlose Zuwendungen den Kaufanreiz erhöhen. Der Brückenschlag zu der gewagten These, dass der komplette Verzicht auf Pekuniäres die Rendite in die Höhe treibt, bleibt den meisten auch am späten Nachmittag verwehrt.
Der Verweis von Horst-Hendrik, dass dieses Rätsel im Folgeseminar gelöst würde, ließ allerdings die wenigen Ungläubigen verstummen.
(Mehr davon vielleicht morgen oder in den nächsten Tagen, wenn mir der Rest noch einfällt.)