06.02.2009

Das können Sie sich nicht vorstellen Teil 1

Am letzten Dienstag war es mal wieder so weit. Die

Anzahl (8) und die Dauer (eine Dreiviertelstunde) der

internen Termine (Besprechungszimmer ganztägig blocken!)

sagte mir: Heute brauchst du starke Nerven...

Vorstellungsgespräche!

Ausgeschrieben in der regionalen Tagespresse haben wir:

”Werbekauffrau/mann mit langjähriger Berufserfahrung

im Bereich Produktion und Einkauf, belastbar, flexibel, mit

einem Faible für Zahlen und Qualitätsmanagement, perfekt

in Verhandlung und im Umgang mit Kunden, mindestens

zweisprachig.”

In den nächsten Tagen stapelten sich 167 Bewerbungen

auf meinem Schreibtisch, über deren Kreativität ich mich

immer wieder wegschreien könnte. Da gab´s welche mit

Luftballons (”Keine heiße Luft”) oder mit Präservativen

(”Gehen Sie auf Nummer sicher!”).

 

Großzügiger Umgang mit der deutschen

Rechtschreibung ließ die ersten beiden Dutzend scheitern.

Weitere 17 schämten sich anscheinend ihrer Optik

und unterschlugen das Foto. Die nächsten 11 gaben sich

laut Zeugnisse zwar ”... redlich Mühe und erledigten Ihre

Aufgaben dank Hilfe der Kollegen fast zur Zufriedenheit”,

landeten aber trotzdem im Körbchen ”Und Tschüss”.

 

Als ausgesprochene Killer-Kriterien stellten sich auch

Hobbys wie ”Computer hacken” oder ”Kreativität im

Abrechnungswesen zu Ungunsten des Arbeitnehmers”

heraus. Nach der Hand voll, die auf Grund ihres

Bewerbungsfotos durch mein subjektives Raster fielen

(Mickymaus-Krawatte, VoKuHiLa-Frisur, pinkfarbener Lippenstift),

blieben noch ein Dutzend übrig.

 

Von denen berichte ich morgen oder übermorgen, wenn nicht wieder ein Kunde dazwischenkommt.