Am letzten Dienstag war es mal wieder so weit. Die
Anzahl (8) und die Dauer (eine Dreiviertelstunde) der
internen Termine (Besprechungszimmer ganztägig blocken!)
sagte mir: Heute brauchst du starke Nerven...
Vorstellungsgespräche!
Ausgeschrieben in der regionalen Tagespresse haben wir:
”Werbekauffrau/mann mit langjähriger Berufserfahrung
im Bereich Produktion und Einkauf, belastbar, flexibel, mit
einem Faible für Zahlen und Qualitätsmanagement, perfekt
in Verhandlung und im Umgang mit Kunden, mindestens
zweisprachig.”
In den nächsten Tagen stapelten sich 167 Bewerbungen
auf meinem Schreibtisch, über deren Kreativität ich mich
immer wieder wegschreien könnte. Da gab´s welche mit
Luftballons (”Keine heiße Luft”) oder mit Präservativen
(”Gehen Sie auf Nummer sicher!”).
Großzügiger Umgang mit der deutschen
Rechtschreibung ließ die ersten beiden Dutzend scheitern.
Weitere 17 schämten sich anscheinend ihrer Optik
und unterschlugen das Foto. Die nächsten 11 gaben sich
laut Zeugnisse zwar ”... redlich Mühe und erledigten Ihre
Aufgaben dank Hilfe der Kollegen fast zur Zufriedenheit”,
landeten aber trotzdem im Körbchen ”Und Tschüss”.
Als ausgesprochene Killer-Kriterien stellten sich auch
Hobbys wie ”Computer hacken” oder ”Kreativität im
Abrechnungswesen zu Ungunsten des Arbeitnehmers”
heraus. Nach der Hand voll, die auf Grund ihres
Bewerbungsfotos durch mein subjektives Raster fielen
(Mickymaus-Krawatte, VoKuHiLa-Frisur, pinkfarbener Lippenstift),
blieben noch ein Dutzend übrig.
Von denen berichte ich morgen oder übermorgen, wenn nicht wieder ein Kunde dazwischenkommt.