23.02.2009

Faasebooze

Jetzt fragen sich einige von Ihnen, was der von Westerfels am Rosenmontag im Büro macht.
Auch wenn Sie es mir nicht glauben:
Ich bin geflüchtet.

Und zwar vor der Straßen-Fastnacht. Ich meine damit nicht die Umzüge und die Horden Kamelle schmeißender Suffköppe, die uralte Guzzja von leicht anrüchigen (weil ansonsten nur Dung transportierenden) Trecker-Anhängern ins Volk schleudern (Allez Hopp - Loch im Kopp!). Ich meine das, was sich heute in aller Herrgottsfrühe in meiner Straße, genauer gesagt an meiner Haustüre abspielte:

Es klingelt - ich öffne - drei kurze Menschen stehen reglos vor mir und schauen mich erwartungsvoll an.
  
   "Na? Was wollt ihr denn?" Pardon aber auch mir fällt nicht immer etwas Geistreiches ein.

   "Mir sinn Faasebooze." Woran hätte ich das erkennen sollen? Keiner der drei Kleinmenschen trägt irgend etwas, was auch nur im Entferntesten wie ein Köstum aussieht.

   "Aha", entweicht es mir, "könnt ihr wenigstens ein Fastnachts-Lied?"

   "Bin ein armer König...weiter weiß ich nicht!" Stolz und Vorfreude strahlen auf dem ungeschminkten Gesicht einer ca. 9-jährigen Kinderin.

So viel Einsatz muss belohnt werden, das sehe sogar ich ein. Ich drücke jedem der drei einen Keks in die Hand, die mir eigentlich in Erwartung barer Münze entgegengestreckt wird. Ich warte die Dankesworte gar nicht erst ab, schließe die Haustüre und schnappe mir die Autoschlüssel. So sah sie aus, meine Flucht.

Und wenn ich spät in der Nacht nach Hause komme hoffe ich, dass mein Hund vergesse hat, warum er heute auf drei Hundekuchen verzichten musste.