"Ohne Wandel keinen Handel“. Hieß so nicht dieser berühmte Leitsatz des noch berühmteren National-Ökonomen...na wie hieß er noch...der Amerikaner...Wallmart glaub ich...Jefferson B. Wallmart, genau.
Früher hieß es: „Der hat ein Geschäft, da musst du mal bei Gelegenheit hin gehen.“
Heute lautet der Satz: „Der hat ein Geschäft, geh schnell mal hin, sonst hast du keine Gelegenheit mehr“.
Täglich sprießen neue Geschäftsideen samt Ladenlokal aus den Fußgängerzonen oder den grünen Wiesen. Und viel Neues ist dabei, was der Mensch in dieser Form nicht kannte und teilweise schnell wieder vergisst.
Vor Jahrzehnten waren es die „Spielhöllen“, die sich bis heute wacker halten – trotz der heimischen Computer, der X-Boxen und der Nintendos Wiiiii’s. Sie sind die letzten, die die 1A-Lage-Mieten scheinbar mühelos bezahlen können ohne auch nur einen einzigen Besuch zu beherbergen.
Dazu gesellten sich die Internet-Cafés, die neben Telefonkarten auch Handys verkaufen. Direkt nebenan eröffneten im Stundentakt Döner-King und Paradis-Kebab, die antraten, unsere geliebte Frittenbude zu verdrängen. So wie es auch bald dem gemütlichen Café ergehen wird, wenn die Starbucker kommen (gell Andrea?).
Doch seit ca. 3 Jahren gibt es die neuen Platzhirsche und optischen Aggressoren, die jede noch so ruhige Fußgängerzone zum orientalischen Markt aufwerten:
Die Matrazen-Diskounter!
Wo haben wir eigentlich früher unsere Schlaf-Unterlagen gekauft? So alle 15-20 Jahre mal („Ist Federkern, gut, hart, hält ewig!“). Na, wissen Sie’s? Ja... auch bei IKEA...ich meine vorher. Wie hießen die Dinger noch? Stimmt, Möbelhaus!
Doch wen zieht’s noch in diese Reliquien der Holzverarbeitung?
Matratzen-Outlet und Matratzen-Concord habe doch täglich Schnäppchenwoche. Bis zu 120% Rabatt (außer auf Tiernahrung).
2,40 Meter große Buchstaben im Schaufenster hauen mir das „Schlummer-Wunder für 29,90 €“ um die Ohren.
Nach meiner Hochrechnung hat sich jeder Bundesbürger in den letzten beiden Jahren im Durchschnitt 12,4 Matratzen gekauft, sonst hätten keiner der Läden überleben können. Jeder Deutsche muss auf einem auf 1,89 Meter angewachsenen Berg aus Schlafunterlagen thronen.
Ich frage mich nur, was nach der Latex-, Kaltschaum- und Federkern-Schwemme auf uns Verbraucher zukommt.
Der „Diskount-Sarg am Marktplatz“, „Prostata to go“ oder eine Zusammen“legung“ von Döner und Matratze?
Heißt es dann auch beim Bettenkauf:
„Mit wenig oder viel scharf?“