Wir alle aus dem mittleren Management wissen, mit welchen Vorurteilen der Bildungsweg „Seminar“ verbunden ist. Teure Hotels, billige Getränke (auf Spesen) und noch billigeres Vergnügen (aufs Zimmer).
Natürlich alles Quatsch, ich selbst habe Jahre gebraucht, um meine Frau von der Ernsthaftigkeit dieser Weiterbildungsmaßnahmen zu überzeugen und die stündlichen Kontrollanrufe zu unterbinden.
Da kommt mir doch dieses Mailing eines saarländischen Tagungshotels gerade recht, das mich allen Ernstes auffordert, meine nächsten Tagungen doch in deren Mauern zu planen.
„Bei uns liegen Sie richtig“ – die Kernaussage der Didaktik schlechthin, illustriert mit dem Foto einer geschmackvoll beschuhten jungen Dame, bei der es sich offensichtlich um die Seminar-Leiterin handelt.
Mensch, hab ich mir gedacht, da redest du doch mal direkt mit deiner besseren Hälfte drüber. Dann sieht die auch, wie trocken und langweilig so eine Wochenend-Veranstaltung wirklich ist. Seitdem darf ich mir nur noch Fachbücher kaufen und muss Weiskirchen großräumig umfahren.
Vielleicht war das Mailing aber auch ein Irrläufer und für unsere Nachbarin gedacht. Vielleicht macht sie eine Fortbildungsmaßnahme als Prostituierte. Und es handelt sich um eine Einladung zum Nuttenkongress.
Meine liebe Frau Schneider...und das mit 78!