Das stehen sie nun wieder, die deutschen Milchbauern. Im Fernsehen und vor Molkereien und lassen ihrem berechtigten Unmut freien Lauf. So sehe ich das jedenfalls, ein Unbeteiligter, der zugegebenermaßen mit seinem täglichen Klecks Sahne im Espresso nicht gerade für Milch-Rekordverkaufszahlen sorgt.
In Zeiten, in denen der Verkaufspreis des Kuh-Extraktes fast unter dem Einkaufspreis eines Tetrapaks liegt, kann man keiner Landfrau verübeln, dass sie sich aus Protest an einen Jungbullen kettet. Und damit ist nicht die neue Folge von „Bauer sucht Frau“ gemeint.
Doch als alter Werbeprofi muss ich gleichzeitig feststellen, dass es den Erzeugern an der richtigen Verkaufsstrategie mangelt.
„Milch macht müde Männer munter“ gilt zu Zeiten der blauen Pillen nur noch bedingt. Was dem Produkt fehlt, ist die werberelevante Zielgruppe zwischen 14 und 29, die sich das G8 und die Jungarbeitslosigkeit mit Wodka-Red Bull schön säuft.
Und wenn ich dann schon den Namen höre: „Milch“ – niemand in der GZSZ-Zielgruppe trinkt Cola-Bier. Der Kunde schreit nach „Mixery“ – aber flat...pardon...flott!
Also gehen wir es einmal marketing-professionell an: Optik, Name, Produktvorteil.
Ein wenig Apfelgeschmack dazu und welcher Name liegt da auf der Hand? Rischtisch:
Apple iJuice!
Es ist weiß, es ist glatt und es ist teuer.
Exklusiv deutschlandweit nur über ein Vertriebsnetz zu haben. In den Versionen
3PF, 1PF und 0,3PF (Prozent Fett) und nur in Verbindung mit einer monatlichen Flatrate: entweder 80, 40 oder 20 Liter.
Als „Apps“ kann man sich die Geschmacksrichtungen Shoko, Vanilla und Teak für jeweils 5,80 € runterladen.
Wenn DAS nicht läuft, weiß ich’s nicht. Natürlich ist das Produkt zuerst nicht lieferbar und wird auch weiter künstlich verknappt aber dann...
Und wenn iJuice so richtig in den Markt einschlägt, dann legen wir nach:
iJuice CLEAR!
Die Sprudel-Produzenten werden für die Lizenz jeden Preis bezahlen.