Wo beginnt für einen Mann die Planung des Mallorca-Urlaubs? Richtig, beim Check in am Flughafen. Für den ganzen unwichtigen Firlefanz davor hat er schließlich geheiratet. Dem ist auch so bei uns. Meine Frau plant, sucht und bucht. Sie packt die Koffer, impft die Kinder und eröffnet mir einen Tag vor der Abreise total überraschend: „Morgen geht’s in Urlaub, Schatz.“
Ich verberge darauf hin gekonnt meine Überraschung und Panik, hole mir nachträglich beim Chef einen Urlaubsschein und sage heimlich vom Handy aus den Männerabend mit den Kumpels ab („...deine Frau hat schon angerufen und Bescheid gegeben.“).
So stehe ich also nun am Flughafen und beim zweiten Versuch auch am richtigen Schalter („Tillmann...bist du sicher, dass wir nach Dubai fliegen?“).
Ich wuchte 4 Hartschalenkoffer auf das kleine Transportband neben der übellaunigen Ticket-Tussi. Meine Frau und die beiden Kinder wiegen jeweils 19,8 kg (ja, ,ja...ich meine das Gepäck), mein in die Jahre gekommener, dunkelblauer Samsonite bringt es dagegen auf stattliche 28,2 kg.
Lesen Sie es bitte im ersten Abschnitt noch einmal nach: Meine Frau packt die Koffer, eine Wissenschaft, die zweieinhalb Tage beansprucht. Nichtsdestotrotz folgt ihr alljährlicher Ich-blamiere-meinen-Mann-am-Flughane-Satz:
„Till! Du bist mal wieder der einzige mit Übergewicht!“
Ich einige mich gerade mit der Bodenpersonalie („Sie wissen gar nicht, wie viel Sprit die paar Kilo mehr verbrauchen...“) auf 80 Euro Nachzahlung, als aufmunternde Worte mein Ohr erreichen:
„Na Herr Westerfels, das könnte ja auch ein wenig flotter gehen.“
Unsere Nachbarin Frau L. besetzt die 3 Plätze in der Warteschlange hinter uns. Frau L. wiegt unterschätzerweise ca. 135,2 kg und trägt nur ein, in der linken Bauchfalte verschwindendes, Stück Handgepäck bei sich.Natürlich bezahlt sie nichts, denn laut Logik der Airline verbraucht nur Übergepäck Kerosin – nicht aber Übergewicht. Auf die Rückfrage, ob Frau L. denn kein Reisegepäck aufgeben möchte, rutscht mir ein: „Nein, sie hat es aus versehen verschluckt.“ heraus.
Ich muss nicht erwähnen, dass Frau L. im Flieger neben mir saß – genau vor dem Notausgang, festgeschnürt mit zwei Extra-Gurtverlängerungen. Die Rache der Ticket-Tussi! Ich hätte gerne im Frachtraum bei meinem Übergepäck gesessen – aber man kann nicht alles haben.
(Trilogie wird fortgesetzt)