Ich bin traurig. Und das zwei Tage vor dem Fest. Warum? Weil tief (und flach) in mir keine Stimmung aufkommen mag. Ich habe tagelang gegrübelt woran es wohl hängen mag und genau in diesem Moment (beim Wort „hängen“) kam mir die Erleuchtung:
Die Weihnachtsmänner fehlen!
Jetzt nicht so generell, denn die Rotberockten belästigen immer noch Heerscharen von Zwergenmenschen in Kaufhäusern und Fußgängerzonen. Ich meine mein Lieblings-Weihnachts-Hassobjekt.
Den „Ich klettere an einer Leiter oder einem beleuchteten Seil die Hauswand hoch“- Weihnachtsmann. Vor 5 Jahren begann ihr Aufstieg (Sie bemerken die geschickte Doppeldeutigkeit), den bis zum letzten Jahr niemand stoppen konnte (ich nehme mich da aus, denn ich persönlich habe ein halbes Dutzend dieser bestiefelten Müllsäcke von Fenstersimsen und Regenrinnen abgeschnitten).
Zählte ich im letzten Dezember noch 37(!) Klettermaxen auf meinem täglichen Weg zur Arbeit, so sind heute nur noch 3 (in Worten 3) „Hängengebliebe“. Wo soll das enden, frag ich Sie. Heute ist es der hanging Santa und morgen? Muss ich nächstes Jahr auf leuchtende ALDI-Rentiere in Vorgärten, auf halluzinogene Lauflichter in Harz 4-Fenstern und auf 500 Watt-Strobo-Baumschmuck auf Landstassenkreiseln verzichten?
Dunkle Nacht, Heilige Nacht? Also bitte – gebt mir meine Weihnachtsstimmung zurück. Ich fahre täglich die Strecke Saarlouis - Saarbrücken – Saarlouis über die B51, morgens um 9:20 Uhr und abends ab 15:30 Uhr. Krönt meinen 10 Stunden Tag mit einem kletternden Weihnachtsmann an Eurer Hausfassade. Und für das gute Werk und die 10 Minuten haltet Ihr es auch noch persönlich am Balkongeländer aus. Und wenn Ihr aus einem vorbeifahrenden Auto mit Essenresten beworfen werdet – Frohes Fest, das war ich.
Danke!