05.03.2010

Der Nahrungsergänzungs-Tagebucheintrag

 

Heute Morgen hat es auch unsere kleine Agentur erwischt. Besser gesagt: ich eine Mitarbeiterin. In der Küche. Bei der „Zubereitung“ ihres Frühstücks. Man nehme:

Ungeschlagenen, also antiautoritären Magerquark mit höchstens 0% Anteil von Fett, Sahne, Kalorien und Geschmack. Dazu gleichfalls von allem befreites Weißwasser (ehemals Milch). Werfe ein Handvoll (bis max. Handschuhgröße XXS) Früchte in diese Trägemasse und verfeinere sie mit einem weißen Pulver aus einer großen bunten Pappschachtel.

Ja, ja, ich weiß es. Weißes (war das jetzt eine Alliteration?) Pulver und Werbeagentur. Aber keine Angst, es handelte sich dabei wirklich nicht um Süßstoff. Sondern um einen medizinisch verabreichten Naturstoff, der ein Sättigungsgefühl hervorrufen soll und damit übertriebene Nahrungs- und Kalorienaufnahme verhindern kann. Kalorien? Sind das nicht die kleinen Kobolde, die einem nachts die Klamotten enger nähen? „Durch das ärztlich verschriebene Nahrungsergänzungsmittel ist für fast zwei Stunden mein Hungergefühl weg“, so belehrte mich meine Kollegin.

Ich selbst bin ein entschiedener Gegner des Schlankheitswahns. Vor allem, wenn’s meine Person und meinen Körper betrifft. Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg oder wie es Heinz Strunk formulierte: „Fleisch ist mein Gemüse“. Doch ich wäre nicht ein genialer Werber, wenn mir nicht direkt das Patent für einen maskulinen Appetitzügler eingefallen wäre:

Man nehme: Eine große Pizza Gigante mit Allem und Extra-Käse, serviert an einem Nachfüllglas Hefeweizen.

Nach dem Verzehr ist das Hungergefühl, zumindest bei mir, für knapp zwei Stunden verschwunden.