18.03.2010

Rüden stehen drauf...

Wissen Sie eigentlich was „Kunstbaue“ sind?

Nein?  Dann gehören Sie auch nicht zur Randgruppe der Jäger (wobei sich bei den Büchsen-Haltern der Begriff der „Zielgruppe“ besser anbieten würde).

Der Waidmann an sich ist im visuellen Gedächtnis von Otto Normalverbraucher als etwas beleibter Mittsechziger mit adligem oder doch zumindest geldadligem, niemals aber migrativem Hintergrund verankert. An seiner Leine ein Kampfdackel namens „Adolf“, der wie sein Führer (Hundeführer wohlgemerkt) ständig Gewehr bei Fuße steht, ein Wildtier in freier und gleichnamiger Bahn zu meucheln. Eine gesonderte Methodik, das unschuldige Tier in Besitz zu nehmen, ist die Fallenjagd. Und dort wiederum gibt es die Spezialisten, die dem Raubwild mit einem Kunstbau an den Pelzkragen gehen. Vereinfacht ausgedrückt ist das gleichzusetzen mit dem schön eingerichteten 3-Zimmer-Penthouse für die Geliebte, die man durch solche Wohlgaben auch regelmäßig in die Falle bekommt.

Der künstliche Fuchsbau an und für sich ist nun ein recht unerotisches Produkt, was auch bei der Darstellung durch Fotoshop nicht recht an Sexappeal gewinnen möchte. Wen verwundert es da, dass Meister Mester seine Kunstbaue (nicht zu verwechseln mit Kunstbauten = Museumse) etwas aufhübscht.

Und das ganz nach dem angeblichen Geschmack der Jäger und Rammler. So kniet nun eine rothaarige „Fähe“ – fachbegrifflich für Füchsin – auf der einladend kuscheligen Betonröhre, um so den Fuchs zum „Einschliefen“ zu bewegen. Leider ist mir nicht bekannt, ob Herr Mester seine (Pfennig-)Absatzzahlen in die Höhe treiben konnte, seine Werbeagentur wird, dank des doch sehr „rüden“ Sexismus, gepaar mit „fähiger“ Bildsprache  und der folglichen Abmahnung durch den deutschen Werberat, wohl ehr in die Röhre schauen.

Ich möchte zitieren:

Werberat verhängt sieben öffentliche Rügen

Der Deutsche Werberat hat in seiner Jahresbilanz insgesamt 255 Beschwerden registriert. Mehr als ein Drittel der Einwände aus der Bevölkerung betrafen Werbemaßnahmen, die als Frauen diskriminierend wahrgenommen wurden. So wurde dem sauerländischen Unternehmen Mester Kunstbaue eine Rüge erteilt, weil es in einer Anzeige für einen künstlichen Fuchsbau mit einer nackten, rothaarigen, auf einer Betonröhre kriechenden Frau geworben wurde. Der Slogan lautete dazu: "Jäger stehen drauf, Füchse sowieso". 

Doch bestimmt hat Mester noch was zum Thema „Geiler Keiler“ in der Hinterhand...