26.03.2010

Weder Fisch noch Fleisch.

Ich sag’s ja immer: Die Globalisierung hat auch ihre Vorteile. Nicht nur die Erwärmung, die nach ihr benannt wurde. Treibt mich der Hunger und der Sinn nach etwas Exotischem, so habe ich als Einheimischer die große Wahl nach etwas Zugezogenem – essenstechnisch gesehen.

Beim Türken (Achtung: Wortspiel) dreht sich alles um den Fleisch-Spieß, wahlweise “mit viel oder mit ohne scharf”. Der Chinese an sich sorgt für locker ein halbes Dutzend Kostbarkeiten. Von den lustigen Monumental-Drachen am Gemäuer ganz abgesehn. Blind bestellt dort der Fachmann “die D22 und vorher die B17 – aber bitte mit wenig 39 – sajonara!” Und der Inder bewirtet uns mit – Pizza und Pasta. Vorzugsweise in serbisch geführten Lokalen mit polnischer Bedienung, nigerianischer Küchenhilfe. Nur der Mann vom Schutzgeld kommt aus Albanien.

Deutschlandweit legt sich alles auf den Teller, was als Früchte des Meeres oder der Weide verkaufbar ist. Von heimischem Wild bis zu unheimlichem Känguru geht es dem Tier und dem Gast an den Beutel. Welch eine Wohltat, wenn man unter der Hand vom neuen Gasthof erfahren hat, der noch “gut bürgerlich” zu kredenzen gedenkt. Da freut man sich noch über die gemischte Vorspeisenplatte, statt über Antipasti, der Digestif heißt noch “Schnaps auf’s Haus” und das “Amuse gueule” steht ehrlich dazu, dass es die Reste von gestern sind.

Und die Karte ist noch klar gegliedert. Salat, Rahmschnitzel oder Viktoriabarsch.

Und falls es mal weder Fisch noch Fleisch sein soll – bleiben immer noch: Kinder!